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Hört aufs Wort: Schreibdienst DictaTeam aus Westerkappeln

DictaTeam Firmengründerin Beate Seidel (Mitte) und zwei Mitarbeiterinnen verschriftlichen eingegangene Diktate. Foto: Mark Perseke
Dic­ta­Team Fir­men­grün­de­rin Bea­te Sei­del (Mit­te) und zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen ver­schrift­li­chen ein­ge­gan­ge­ne Dik­ta­te. Foto: Mark Per­se­ke

Osna­brück. Aus einem loka­len Schreib­dienst ist bin­nen weni­ger Jah­re ein welt­weit genutz­ter Dienst­leis­ter gewor­den: Die Fir­ma Dic­ta­Team aus Wes­ter­kap­peln hat eine span­nen­de Ent­wick­lung hin­ter sich.

Wer kei­ne Zeit hat, umfang­rei­che Tex­te abzu­tip­pen, dik­tiert sie, schickt sie an die Fir­ma und erhält den fer­ti­gen Text zurück. Die Auf­trag­ge­ber kön­nen eine Frist set­zen, bis wann der Text fer­tig sein muss. „Das haben wir bis­her immer geschafft“, erzählt Fir­men­grün­de­rin Bea­te Sei­del stolz. Mitt­ler­wei­le arbei­ten bun­des­weit 180 Mit­ar­bei­ter dar­an, dass das auch so bleibt.

Die gelern­te Büro­kauf­frau hat­te die Fir­ma Dic­ta­Team 2007 – qua­si aus der Not her­aus – gegrün­det. Nach der Schei­dung von ihrem Mann muss­te sie ihre Fami­lie ernäh­ren. Erfah­run­gen hat­te sie bereits bei einem Schreib­dienst gesam­melt, der jedoch schlie­ßen muss­te. Der Start der eige­nen Fir­ma ver­lief gut, doch stei­gen­de Auf­trags­zah­len und wach­sen­de Ansprü­che der Kun­den brach­ten die Fir­ma schnell an ihre Gren­zen. Um den Ser­vice effek­tiv erwei­tern zu kön­nen, mach­te man sich 2009 die Ent­wick­lung im Smart­pho­ne-Markt zunut­ze und ent­wi­ckel­te ein Dik­tier-Pro­gramm.

Mit die­sem Han­dy-Pro­gramm – auch „App“ genannt – hat jeder Kun­de zum einen ein Dik­tier­ge­rät in der Tasche und zum ande­ren eine direk­te Ver­bin­dung zum Schreib­dienst. Das auf­ge­nom­me­ne Dik­tat wird per ver­schlüs­sel­te E‑Mail an Dic­ta­Team gesen­det. „Die­se Ver­schlüs­se­lung kann mit heu­ti­gen Mit­teln nicht geknackt wer­den. Des­halb kön­nen auch sen­si­bels­te Inhal­te per Mail ver­schickt wer­den“, erklärt Claus Micha­el Satt­ler, der für Daten­schutz und Ver­trieb zustän­dig ist.

Natür­lich geht es beim Schreib­dienst nicht nur um Schnel­lig­keit und Sicher­heit, son­dern auch um prä­zi­ses Arbei­ten. Immer­hin zäh­len Anwäl­te, Kli­ni­ken, Ärz­te, Pfar­rer, Stu­den­ten und Jour­na­lis­ten zum Kun­den­kreis – das Ver­schrift­li­chen der Tex­te setzt also häu­fig Fach­wis­sen vor­aus. „Unse­re Mit­ar­bei­ter sind durch ihre Aus­bil­dung und Berufs­er­fah­rung fit auf ihren Gebie­ten. Die Fach­ter­mi­ni der jewei­li­gen Berei­che stel­len kei­ner­lei Pro­ble­me für sie dar“, sagt Fir­men­che­fin Sei­del.

Doch war­um arbei­ten Fach­kräf­te bei einem Schreib­dienst und nicht in ihren Beru­fen? Satt­ler, die rech­te Hand der Fir­men­grün­de­rin, erklärt, dass vie­le Unter­neh­men hoch qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter aus­schlie­ßen wür­den, wenn die­se etwa aus fami­liä­ren Grün­den tags­über nicht stän­dig am Arbeits­platz sein könn­ten.

Ein Bei­spiel für so eine Dic­ta­Team Mit­ar­bei­te­rin ist Son­ja Kühr. Die 35-Jäh­ri­ge hat­te in den Neun­zi­gern eine Aus­bil­dung zur Arzt­hel­fe­rin abge­schlos­sen und war meh­re­re Jah­re in einem Kran­ken­haus beschäf­tigt. Nach dem Umzug in eine ande­re Regi­on fand sie kei­ne Stel­le, die sich mit dem Tages­ab­lauf ihres sie­ben­jäh­ri­gen Soh­nes ver­ein­ba­ren ließ. „Ich hät­te zum einen vie­le Kilo­me­ter weit fah­ren müs­sen und wäre zum ande­ren den gan­zen Tag bei der Arbeit gewe­sen. Das wäre gar nicht mög­lich gewe­sen“, erklärt sie. Ihre Mut­ter, die schon seit drei Jah­ren für Dic­ta-Team arbei­tet, hat­te ihr den Tipp gege­ben. Son­ja Kühr bewarb sich und tippt nun von zu Hau­se aus Dik­ta­te aus dem Fach­ge­biet Neu­ro­lo­gie ab. Der gro­ße Vor­teil: Die 35-Jäh­ri­ge kann sich ihre Arbeits­zeit fle­xi­bel ein­tei­len. So bleibt Zeit für das Früh­stück mit dem Sohn. Wenn der Sie­ben­jäh­ri­ge dann in der Schu­le ist, setzt sie sich an ihren Schreib­tisch, bis er zum Mit­tag wie­der zurück­kommt. „Nach dem Essen und den Haus­auf­ga­ben arbei­te ich dann wei­ter“, schil­dert Kühr.

Die Kun­den nut­zen die App der Fir­ma aus Wes­ter­kap­peln mitt­ler­wei­le nicht mehr nur für das Auf­zeich­nen ein­fa­cher Dik­ta­te: Eini­ge Radio­re­por­ter der ARD nah­men damit bei der Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft und den Olym­pi­schen Spie­len, sen­de­fer­ti­ge Inter­views und Bei­trä­ge auf und ver­schick­ten sie direkt an ihre Sen­de­häu­ser.

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