Computer führt das Tagebuch

Spezialprogramm für Klärwerker erstellt Berichte

Das Per­so­nal von Klär­an­la­gen ist nicht dafür da, über dem Inhalt von Tage­buch­spal­ten zu brü­ten, berech­ne­te Wer­te zu über­tra­gen, neu aus­zu­wer­ten, wie­der zu über­tra­gen und danach Gra­fi­ken zu zeich­nen. Viel­mehr sind die Tech­ni­ker dazu aus­ge­bil­det, eine sol­che Anla­ge opti­mal zu fah­ren. Dach­te sich eine Gesell­schaft für Unter­neh­mens­be­ra­tung und ent­wi­ckel­te ein com­pu­ter­ge­stütz­tes, fle­xi­bles Betriebs­ta­ge­buch für Klär­wer­ke, das die Tech­ni­ker weit­ge­hend von Rou­ti­ne­ar­beit ent­las­ten soll.

Unter dem Mar­ken­na­men Klärex (Claus Satt­ler & Part­ner) erfasst das Pro­gramm Stamm­da­ten, legt elek­tro­ni­sche Tage­bü­cher an und erstellt Tages‑, Monats- und Jah­res­be­rich­te. Stamm­da­ten — das sind vor allem Adres­sen und Tele­fon­num­mern von Per­so­nen, Ein­rich­tun­gen und Fir­men, die für den Betrieb eines Klär­werks wich­tig sind. Mög­lich ist es dabei, dass das Per­so­nal einer oder meh­re­ren bestimm­ten Anschrif­ten einen Ober­be­griff zuord­net. Der Per­so­nal­com­pu­ter ver­wal­tet dann unter die­sem Begriff die Ein­zel­an­ga­ben. Prak­ti­sches Bei­spiel: Die Namen und Ruf­num­mern der ver­schie­de­nen Ansprech­part­ner im Was­ser­wirt­schafts­amt sind unter einer Sam­mel­be­zeich­nung abge­legt. Sucht der Klär­wer­ker z. B. den — bei schwe­ren Stö­run­gen u. U. sehr wich­ti­gen — Pri­vat­an­schluss von Amts­lei­ter Mei­er, wird er ihn unter „Was­ser­wirt­schafts­amt” im Rech­ner finden.

Mit Hil­fe der Spe­zi­al-Soft­ware legt der Anwen­der ein auf sei­ne Bedürf­nis­se zuge­schnit­te­nes, elek­tro­ni­sches Tage­buch an. „Bei der Instal­la­ti­on kann er ent­schei­den, ob er das ATV-Betriebs­ta­ge­buch (ATV=Ab-wassertechnische Ver­ei­ni­gung) über­neh­men möch­te oder ob er eines nach sei­nen Regeln auf­bau­en will”, beschreibt der Soft­ware-Ent­wick­ler. Soll­te sich ein Klär­wer­ker für den ATV-Stan­dard ent­schei­den, kann er das Tage­buch trotz­dem nach eige­nen Vor­stel­lun­gen erwei­tern, und dies, so heißt es, ohne wei­te­re Hil­fe durch das Sys­tem­haus. Auch frei gestal­te­te Tage­bü­cher kann man ohne frem­de Unter­stüt­zung am Rech­ner entwerfen.

Ein sol­ches elek­tro­ni­sches Tage­buch ist Grund­la­ge für Tages,- Monats,- Zwi­schen-und Jah­res­be­rich­te. Für alles, was täg­lich an Meß­wer­ten anfällt und sonst so pas­siert, sind getrenn­te Spal­ten anzu­le­gen. Der Com­pu­ter berei­tet die Daten dann so auf, dass der Tages­be­richt in Form einer Lis­te auf dem Bild­schirm oder dem Dru­cker­pro­to­koll erscheint. „Der Monats­be­richt hat die glei­chen Spal­ten wie der für den Tag, so dass die für den Monats­re­port nicht extra erfasst wer­den müs­sen”, erläu­tert das Sys­tem­haus. Das „For­mu­lar” für Zwi­schen- wie auch für Jah­res­be­rich­te muss der Anwen­der nur ein­mal anle­gen. In bei­den Fäl­len gibt er ledig­lich die Spal­ten­num­mern des Monats­be­rich­tes an und wel­che Daten dar­aus er im Zwi­schen- oder Jah­res­be­richt aus­ge­wer­tet haben möch­te. Den Rest erle­digt der Rech­ner. Jah­res- und Monats­da­ten setzt die Soft­ware auf Wunsch sofort in loga­rith­mi­sche Gra­fi­ken um.

Die Klär­werks­mann­schaft kann auch „For­mu­la­re” für Beson­de­res anle­gen und sich dann z. B. über alle bio­lo­gi­schen Wer­te der Anla­ge oder über das, was die Pum­pen machen, einen spe­zi­el­len Bericht vom Com­pu­ter anfer­ti­gen lassen.

Soll­te eine Auto­ma­tik die Mess­wer­te auto­ma­tisch erfas­sen oder soll­ten spei­cher­pro­gram­mier­ba­re Steue­run­gen ein­ge­baut sein, kann Klärex von ihnen direkt Daten über­neh­men, und zwar ent­we­der andau­ernd oder nach Auf­ruf. Alle die­se Para­me­ter spei­chert der Rech­ner ohne mensch­li­ches Zutun. Soll­te aber irgend­wo an einem Mess­punkt etwas gestört sein, kann das Per­so­nal auf manu­el­len Betrieb umstel­len und die bei dem Feh­ler — und sei­ner Behe­bung — anfal­len­den Daten mit der Hand eingeben.

Groß­ar­ti­ge” Rech­ner­tech­nik ist für das elek­tro­ni­sche Tage­buch nicht nötig: Das Pro­gramm läuft auf einem han­dels­üb­li­chen, IBM- oder IBM-kom­pa­ti­blen Per­so­nal­com­pu­ter mit min­des­tens zwei Mega­byte Arbeits­spei­cher und einem 80 386er-Pro­zes­sor. Copro­zes­so­ren sind nicht erfor­der­lich. Die benö­tig­te Kapa­zi­tät der Fest­plat­te hängt natür­lich von der Daten­men­ge ab. Aber auch beim Ein­satz in klei­ne­ren Klär­an­la­gen soll­te das Spei­cher­ver­mö­gen 40 Mega­byte auf gar kei­nen Fall unter­schrei­ten. hi

Quel­le: Zei­tung für kom­mu­na­le Wirtschaft

Zeitung für kommunale Wirtschaft - Klärex - Tagebuch
Zei­tung für kom­mu­na­le Wirt­schaft — Klärex — Tagebuch